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Eine einzig gültige Erklärung für die Bedeutung gibt es eigentlich nicht. "Bindi" leitet sich vom Sanskritwort bindu ab (Tropfen, Punkt) und ist ein glücksverheissendes Symbol. Je nach Gegend bemalen Männer wie Frauen ihre Stirnen. Gerade bei Männern lässt sich aus dem Muster schliessen, welcher Richtung des Hinduismus der Träger anhängt. So stehen z.B. 3 weisse Querstreifen für Shivaiten. Das auftupfen von Kumkum-Pulver ist auch Teil von religiösen Ritualen. Hierbei wird nicht auf die Ästhetik geachtet, sondern dieser Farbfleck wird auf dem Chakra des 3. Auges platziert, um die Aufmerksamkeit auf die göttliche Kraft und spirituelle Erleuchtung zu lenken. Als Abschluss des morgendlichen Gebets-Rituals z.B. tupft sich eine Frau nach alter Sitte erst etwas Sandelholzpaste auf die Stirn, danach Zinnoberrot und schliesslich einige Reiskörner darauf. Kshatriya-Königinnen tupften ihren Ehemännern ein Tilak auf, das ihnen auf dem Schlachtfeld Glück bringen sollte oder um ihn wieder daheim zu begrüssen. Auch in der heutigen Zeit ist diese Brauch noch intakt, um Gäste willkommen zu heissen. Das Bindi der Frauen hat sich aus dem Hochzeitsritual der Hindus entwickelt. Als eines der Symbole für die verheiratete Frau wurde es mit rotem Kumkum-Pulver aufgetragen, in Verbindung mit rotem Pulver auf dem geröteten Scheitel. Heute noch ist das Make-up einer Braut unvollständig ohne Bindi. Die rote Farbe soll ihrem neuen Heim Wohlstand verheissen, der Punkt macht sie zur Hüterin des häuslichen Wohlergehens. Und natürlich signalisiert er auch der Umwelt, dass diese Frau nicht mehr zu haben ist... In Nordindien bezeichnet das Bindi noch immer meist eine verheiratete Frau, im Süden hingegen tragen es eigentlich alle, selbst kleine Kinder. Teilweise wird unterschieden in schwarze Bindis für unverheiratete Frauen und rote Bindis für Verheiratete. Auch zum Indischen Tanz gehört das Bindi natürlich dazu - ohne bestreiten wir nicht mal eine Übungsstunde. Traditionellerweise ist es das rote, runde, denn die früheren Tänzerinnen durften zwar keine Ehemänner haben, waren aber quasi mit einem Gott verheiratet. Im 18. Jahrhundert konnten sich königliche Inderinnnen glamourösere Bindis leisten, die aus Gold, Diamanten, Perlen und anderen wertvollen Materialien hergestellt wurden. Mit den ausgefalleneren Modellen wandelte sich die Bedeutung des religiösen Zeichens hin zum eleganten, verführerischen Gesichtspunkt. Das Bindi der Verheirateten ist meist ein roter Punkt, konservative
Frauen benutzen noch immer Kumkum dafür. Aber die selbstklebenden "Fancy
Bindis" sind immer beliebter und werden jeweils passend zur Kleidung
gewechselt. Heute werden Bindis in allen Grössen aus den verschiedensten
Materialien hergestellt. Es gibt einfache auf Filzbasis, die dann mit
kleinen Perlen, Folien, Spiegelchen, Muscheln verziert werden, oder
aufwändige mit glitzernden Steinen.
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